Samstag, 15. August 2015

Solidarnosc oder Trojmiasto - 2.Teil: Sopot

Nach einer sehr ruhigen Nacht mitten in der Stadt Gdansk machten wir uns früh auf die Socken, um die schöne Recht- und Altstadt nochmals ohne diese allgegenwärtigen Touris ;-) zu bestaunen. Und da wir schon mal auf dem Weg waren, sind wir natürlich zur Werft in Gdansk von der aus die "Solidarnosc-Bewegung", die Gründung der gleichnamigen Gewerkschaft und natürlich der darauf folgende Gesamte "Demokratisierungsprozess" des ehemaligen Ostblocks ausging.

Es war nicht geplant - das gesamte Areal wurde bei unserer Ankunft gerade geschmückt - unser Besuch fand am 35.Jahrestag der Anfänge in den 80'ern statt.: " In Danzig kam es auf der Leninwerft am 14. August 1980 zum Streik, dessen direkter Anlass die Entlassung der Kranführerin Anna Walentynowicz, einer bekannten Symbolfigur der Streikbewegung des Jahres 1970 an der Küste, war. Es wurde ein betriebliches Streikkomitee unter der Führung von Lech Wałęsa gegründet."



Wenn man schon an der Danziger Bucht ist - dann sollte man auch nach Sopot....Sopot, heute das Touri-Eldorado, früher das Ostseebad der Danziger...Auf dem Weg nach Sopot wurde klar, warum es heute als Trojmiasto - also als die Dreistadt - bezeichnet wird....Die Städte gehen wirklich in einander über, man merkt es nicht. Aber leider wurden die Bauten auch nicht mondäner - die 4 spurige Strasse zwischen Gdansk, Sopot und Gdynia ist breit, grau und die Gebäude an ihrer Seite usselig...
Hm...Auch der Campingplatz, den wir vorher heraus gesucht haben hatte natürlich auch keine Ausschilderung..aber das kennen wir ja schon (ihr erinnert euch: Wenn noch kein Bauwerk/Strasse/POI vorhanden ist - erstmal Werbung/Schilder aufstellen....Wenn das Bauwerk/Strasse/POI fertig ist - Ausschilderung wegnehmen oder verrotten lassen...) An der Stelle mit den GPS-Koordinaten des Campingsplatzes war nun ein Kentucky-fried-chicken KFC und ein Hinweisschild auf einen "Aqua-Park-Halligalli-Freizeitbad-Komplex". Da sind wir dann abgebogen. Wir kamen an einer Schule für was auch immer vorbei und sahen dort ein "Zeltsymbol", also da hin. Campingplatz in Polen heißt ja manchmal - Wiese, zwei Laternen, an denen mit Panzertape 2 oder 3 Steckdosen gekleb tals Stromsäule sind  und irgendwo ein Betonring in dem Aschereste und 2 aufgerissene Müllsäcke liegen als "Entsorgungstation". Leider war dieser Platz ein solcher. Egal, nach der Bezahlung stellten wir auch noch fest, dass dieser der bisher teuerste Übernachtungsplatz mit der geringsten Infastruktur  ist (selbst auf kostenlosen Plätzen oder irgendwo in der Stadt fanden wir bisher immer irgendwo einen Gulli und einen Wasserhahn).
Jugendliche bereiten sich auf's Wochenende vor...

Wir wollten aber nun erstmal zu Europas längster Seebrücke und der schönen Promenade. Hier ein paar Einblicke:


Am Abend war der Platz mit allerlei kleinen Zelten gefüllt und jede Menge Jugendliche bereiteten sich mit Lidl-Tüten gefüllt mit Plis-Bier auf das Wochenende vor.

Nach 1-2 lauteren "Intermezzi" während der Nacht, war aber generell Ruhe und wir konnten entspannt den Tag beginnen. Zur Halbinsel Hel wollten wir nach unseren Recherchen nicht mehr, da heute ja "Mariä Himmelfahrt" und damit Feiertag in Polen und zugleich Wochenende ist. Wir wissen ja mittlerweile, dass die Polen gerne am Wochenende Ausflüge mit der Familie machen und wir hatten gehört, dass auf Hel im Hochsommer und dann am Wochenende kein "Bein an Deck" zu bekommen ist. Also alternativ zum großen Zarnowitzer See, (polnisch Jezioro Żarnowieckie), der zwar auch als Freizeit / und Erholungsgebiet genutzt wird, aber da heute offenbar doch alle Polen aus Pommern und umzu auf der Halbinsel Hel waren fanden wir leere Klein-Städte und Strassen sowie entspannte kleine "Strände" vor. Auf der Fahrt zu unserem "Parking Platny" einem der zahlreichen gebührenpflichtigen aber überwachten Parkplätze fanden wir einen neu angelegten Stellplatz - eine echte Rarität hier in Polen. Allerdings dauerte es eine Stunde, bis mir die Bedienung des dazugehörigen Restaurants erklären konnte, dass ich die Gebühren beim "Bosman", also dem Hafenmeister im 1km entfernten Ort entrichten müsste...Ein Schild - meinetwegen nur auf Polnisch hätte dort echt geholfen...
Direkter Blick auf den See

Aber der Platz ist super, so dass wir 2 Nächte bleiben. Auf Wohnmobile ist man nicht vorbereitet - Ver/Entsorgeinfrastruktr fehlt wie meist.....Aber zur Not waschen wir Dienstag wieder das Wohnmobil in einer 24h Waschbox - so wie heute morgen....WÄhrend ich für 1Euro, 15Min waschen konnte, entleerten wir den Grauwassertank...Besser geht nicht!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen